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Am 26. Januar 1927 wurde die Karnevalsgesellschaft Fidele Burggrafen beim Stammtisch im „Fränkischen Hof“, Köln, gegründet. Bei der Suche nach einem Namen für die Gesellschaft fiel der Blick auf eine Zigarrenkiste der Marke „Burggrafen“. Somit stand der Name fest: „KG Fidele Burggrafen e.V. 1927“, Köln. Als Vereinsfarben wählte man „violett, grün und gelb“. Warum ausgerechnet diese Farben, weiß heute leider niemand mehr zu sagen. Die Stammtischherren, gleichzeitig auch Gründungsmitglieder, hießen: Walter Heidenblut, Heinz Borges, Georg Wanke, Mathias Linnartz, Mathias Jahn, Ernst Scholz und Fritz Schürmann. Mit 21 Jahren war Walter Heidenblut der jüngste Karnevalspräsident in Köln. Viele junge Leute und Freunde wurden Mitglieder. Bereits die erste öffentliche Sitzung 1927 fand sehr grossen Anklang und schon während der Session war man infolge des immer grösser werdenden Besuches gezwungen, vom Sitzungslokal „Hotel Kaiser Wilhelm“ in Kölns historische Gaststätte „Gildenhaus“ zu wechseln. Weitere Sitzungen und Kostümbälle in den Kölner Tanz und Ballsälen folgten. Die großen Gesellschaften staunten nicht schlecht und zollten den „Kommunionskindern“ (Spitzname der jungen Herren) Anerkennung und Lob. Weitere Sitzungen und Bälle fanden in der Stephanie, im Arkadia, im Colonia-Haus und Rudolf-Saal statt und wurden immer beliebter, die Mitgliederzahl der Familiengesellschaft wurde immer grösser. Im Jahre 1932 wurde unter der Führung des Senatspräsidenten, Willi Krämer, ein tatkräftiger Senat gebildet, der die Gesellschaft zu weiteren Erfolgen führte. Das Jahr 1939 brachte dann den Stillstand: Die jungen Herren mussten in den Krieg ziehen.
Nach dem Kriege war es wieder Walter Heidenblut, der im Jahre 1946 die Mobilmachung zum Frohsinn gab und seine Getreuen zusammenrief. In der ersten Versammlung gedachte man der alten Ratsmitglieder und Freunde, die ihr Leben im Krieg lassen mussten. In den Jahren 1947 bis 1951 nahmen die früheren Erfolge ihre Fortsetzung und die Mitgliederzahl stieg weiter an. Bei der Saalnot in Köln galt es manche Schwierigkeiten zu überwinden, die aber gemeistert wurden. 1948 kam mit der Währungsreform für die Menschen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Auch die Burggrafen waren auf die neue Währung gespannt – aber „Frohnaturen“ hatten ihre eigene Art, die Währungsreform zu erleben und es kam zu einer denkwürdigen Schiffstour.
1951 beschlossen die Burggrafen, dass das eintönige „Schwarz“ auf der Bühne überhaupt nicht zu ihnen passen würde. Sie waren eine junge Gesellschaft mit viel Schwung, und schwarz war was für die Beerdigung. Also investierte man in lila Fräcke, die heute teilweise noch von den Damen der Gesellschaft getragen werden.
Zum 25 jährigen Jubiläum erhielt die Gesellschaft von den Damen, die damals keine Mitglieder werden durften, eine neue Fahne, die seit dem bei offiziellen Anlässen den Burggrafen immer vorangeht.
Mitte der 50er Jahre bis 1965 hatten die Burggrafen ihr eigenes Tanzcorps „Fidele Burggräfinnen“, welches wie so oft, mangels Nachwuchs dann aufgegeben wurde. Im Laufe der Jahre entwickelten sich viele Kontakte zu anderen Gesellschaften, so nach Bremerhaven, Berlin, Hannover, Bonn, etc. 1965 wurde Hans Stephan Nachfolger des verstorbenen Präsidenten Walter Heidenblut. Die Übernahme der Präsidentschaft war nicht leicht, denn viele Kontakte Walter Heidenbluts gingen damals verloren. Hans Stephan musste neue Verbindungen suchen, er intensivierte die Kontakte zum Kölner Festkomitee und anderen Kölner Karnevalsgesellschaften, so dass es bald wieder aufwärts ging. Er führte die Burggrafen in eine neue Zeit. Er verband Traditionen mit den neuen modernen Ansprüchen. So waren die Fidelen Burggrafen eine der ersten Gesellschaften, die eine „Kostümsitzung“ veranstaltete und damit Abschied von den „Großen Prunk- und Galasitzungen“ im Smoking und Abendkleid nahm. Darüber hinaus war sie eine der wenigen Gesellschaften, die Damen als Mitglieder aufnahm und ihnen auch verantwortungsvolle Aufgaben übertrug. Der Erfolg gab Hans Stephan recht. Domizil der Burggrafen war zu diesem Zeitpunkt die Wolkenburg. In den darauf folgenden Jahren wuchs die kleine, aber feine Gesellschaft. Man feierte fröhliche Feste, vor allem in der Kellerbar vereinsintern, während für die Sitzungen 1985 in den grossen Ballsaal des Hotels „Intercontinental“ (heute Dorint-Kongress-Hotel) gewechselt wurde. Die Damen schneiderten sich „Burggräfinnenkleider“ und zum 20 jährigen Präsidentenjubiläum stifteten sie eine neue Dekoration für die Bühne. In den 70er bis Ende der 80er Jahre war die Teilnahme am Ehrenfelder Dienstagszug für die Fidelen Burggrafen ein „Muss“. Im Jubiläumsjahr 1987 nahmen die Burggrafen nach vielen Jahren wieder am Rosenmontagszug teil. Weitere Teilnahmen folgten. 1988 übernahm Dr. Bruno Wüst das Amt des Präsidenten und 1990 wurde Prof. Prof. h.c. Dr. med. dent. Werner Becker zum Präsidenten der Gesellschaft gewählt. Unter seiner Führung beschritten die Burggrafen neue Wege – sie waren Wegbereiter der freien Bühne. Tanzcorps und Musikgruppen hatten so viel mehr Platz für ihre Auftritte. Unter seiner Leitung fand auch erstmals eine Damensitzung statt, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Diese und die große Kostümsitzung finden in der Hofburg des Kölner Dreigestirns statt – dem Dorint-Kongress-Hotel, Köln. Ein Traum der Burggrafen war immer derselbe: Sie wünschten sich wieder ein eigenes Tanzcorps. Glückliche Konstellationen machten es möglich, das die Showtanzgruppe Kruuschberger Funken als Tanzcorps seit 2004 unter der Fahne der KG Fidele Burggrafen e.V. 1927 Köln tanzt.
Die KG Fidele Burggrafen feiert in diesem Jahr ihr 82-jähriges Bestehen.
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